Landhaus Schloß Kölzow:

Haselstrauch

Haselstrauch Corylus avellana

Corylus avellana

Haben Sie sich schon einmal gefragt, warum Pollenallergiker mit einer besonderen Beziehung zum Haselstrauch bereits schon im Januar und Februar niesen müssen? Die Antwort ist ganz einfach: Der Haselstrauch hat eine eisige Vergangenheit. Erklärung gefällig? Bitteschön: Die vom weichseleiszeitlichen Gletscher vor etwa 10.000 Jahren hinterlassene, vegetationslose Einöde wandelte sich in der darauf folgenden Erwärmungsphase zunächst zur Tundra. Das Klima und der frostige Rohboden waren nichts für Mimosen, sondern nur für eine Handvoll echter Naturburschen. Flechten, Moose, Gräser und einige wenige Gehölze wie der Haselstrauch gehörten dazu.

Die eiweißreichen Früchte waren eine wichtige Grundlage für die nacheiszeitliche Besiedelung dieser zunächst so kargen Landschaft durch den Menschen. Mit der Wandlung vom Jäger und Sammler zum sesshaften Bauern vor etwa 5.000 Jahren durfte der aufgrund dessen bereits so heißgeliebte Haselstrauch auch in den neolithischen Gärten nicht fehlen. Aber nicht nur die neolithischen Erstsiedler haben den Haselstrauch allein mit Feuersteinklingen geschnitten. Sollte eine Haselrute beim Aufstöbern von Wasser und Edelmetall nicht versagen, musste sie "sine ferro", also ohne Eisen (-Messer), sondern eben mit einer Feuersteinklinge an Fastnacht, Dreikönig oder Johanni vom Strauch geschnitten werden.

Haselstrauch Corylus avellana

Bei Hildegard von Bingen war der Haselstrauch dagegen nicht wirklich beliebt. Nahrhafte Früchte im Überfluss und Pollenflug samt roter Blüte bereits im Februar waren für sie Anlass genug, den Haselstrauch als abschreckendes Sinnbild der Wollust zu titulieren. "Gemeinsam in die Haseln zu gehen", "Brombeeren zu pflücken" oder "ins Heu zu fahren" waren und sind Redewendungen, die dieses bildhaft untermauern. Während verliebte Jünglinge in der Normandie am 1.Mai ihrer jungfräulichen Liebsten eine "rein weiße" Birke vor die Tür stellten, erhielten etwas freizügiger agierende Damen zum allgemeinen Spott des Dorfes einen Haselstrauch. Grund genug, sich fortan hinter einer Maske zu verbergen - genauso wie die Haselfrucht sich hinter einer Maske aus Hüllblättern versteckt. Diese sind für Corylus avellana, wie der Haselstrauch botanisch heißt, namensgebend: Das griechische "corys" bedeutet: Maske.

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